Kommunale Wärmeplanung

Masterplan Wärme

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Bild oben: Plant eine CO2-freie Zukunft: Jürgen Harks, Leiter des Umweltamts Gladbeck
  • 27.02.2026
  • 2 Minuten
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Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck sind im Endspurt für die kommunale Wärmeplanung. Jürgen Harks, Leiter des Amts für Umwelt, Klima und Energie Gladbeck, sitzt mit den anderen Kommunen am Planungstisch.

Herr Harks, Bottrop und Gelsenkirchen müssen zum 30. Juni 2026 die kommunale Wärmeplanung vorlegen. Gladbeck hätte aufgrund seiner Einwohnerzahl noch bis 2028 Zeit. Warum sind Sie jetzt schon dabei?

Wir sind bereits stark vernetzt, nicht zuletzt durch den gemeinsamen Grundversorger ELE. Da war es nur sinnvoll, die Wärmeplanung gemeinsam anzugehen und Synergien zu nutzen. Beispielsweise in gemeinsamen Arbeitsgruppen mit ELE und EVNG.

Was ist das Ziel der gemeinsamen Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Planung, mit der wir unsere Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 frei von fossilen Energieträgern gestalten. Mit dem Stichtag ist das Projekt übrigens nicht abgeschlossen. Die kommunale Wärmeplanung ist ein fortlaufender Prozess, den wir alle fünf Jahre erneut auf den Prüfstand stellen.

Wie binden Sie Bewohner und Unternehmer ein?

Es gab bereits Infoveranstaltungen in den Städten. Bürger in Gladbeck haben zudem die Möglichkeit, eine Erstberatung in Anspruch zu nehmen. Viele nehmen die auch bereits wahr, das Interesse ist groß.

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Was beinhaltet die Planung genau?

Die Wärmeplanung zeigt ganz konkret, in welchen Arealen bereits Wärmenetze oder Leitungsnetze für Erdgas liegen. Daraus folgen Prognosen, wo Fernwärmenetze ausgebaut werden oder welche Bereiche sich eher für eine Wärmepumpe eignen. Wir geben damit Orientierung über die Entwicklung der Energieinfrastruktur in der Region. Diese Planungssicherheit ist wichtig für Bürger und Unternehmer, die investieren wollen.

Und auch investieren müssen?

Es gibt keinen Zwang zum Heizungstausch, aber viele gute Gründe. Rund 80 Prozent der Wärmeenergie in Gladbeck wird noch aus fossilen Energieträgern erzeugt. Und der Kostendruck bei fossilen Energieträgern steigt. Wer früh auf effiziente Technologien umsteigt, profitiert davon, und das sollten nicht nur Gutverdienende sein. Die Energiewende muss sozialverträglich sein.

Kommunale Förderprogramme gibt es aber nur in wenigen Wohnvierteln.

Das stimmt, wir haben in Gladbeck bisher gezielt in Quartieren mit erhöhtem Sanierungsbedarf gefördert, in denen häufig noch Kohle- und Ölheizungen verbaut waren. Mit Erfolg! Nun passen wir unsere Förderprogramme an die Wärmeplanung an und weiten sie aus.

Was ist Ihre Empfehlung für die Wärmewende?

Jeder Eigentümer ist weiterhin frei in der Wahl seiner Heiztechnik. Wo klimafreundliche Fernwärme ausgebaut wird, ist das sicherlich eine gute Option. Für Bewohner ohne Netzanschluss hat die Wärmepumpe nach momentanem Wissensstand die meisten Vorteile, trotz der hohen Anschaffungskosten. Aber auch andere Arten von Nahwärmenetzen sind denkbar. In Bottrop-Kirchhellen beispielsweise wird eine Biogasanlage gebaut.

Mehr Wärmepumpen bedeutet aber, es braucht mehr Strom für die Region?

Genau. Bis 2045 müssen die Kapazitäten im Stromnetz deutlich steigen, für die Wärmepumpen und auch für die Elektromobilität. In einigen Netzabschnitten um bis zu 600 Prozent. Daher sitzen wir jetzt schon mit dem Netzbetreiber EVNG an einem Tisch und unsere Prognosen decken sich. Wir haben ein gemeinsames Verständnis davon, welche Anstrengungen für die Wärmewende nötig sind, und können da ganz optimistisch rangehen.

Alle Infos zur kommunalen Wärmeplanung teilen die Städte auf www.waermeplan-el.de

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