- 30.05.2025
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Energielösungen für ganze Quartiere sind effizienter und haben viele Vorteile für Immobilienbesitzer, Mieter und die Umwelt. Doch sie sind komplex. Die ELE hat das nötige Know-how für Planung und Umsetzung.
Wenn Neubaugebiete entstehen oder im großen Stil saniert wird, schauen Christian Unfrau und Jana van Dijk nicht nur aufs Detail, sondern auch in die Ferne. Für die ELE entwickeln sie sogenannte Quartierskonzepte. Dabei werden statt einzelner Gebäude gleich ganze Stadtviertel betrachtet, um sie möglichst ressourcenschonend mit Energie zu versorgen. Der Vorteil: Fasst man Areale für die Versorgung mit Strom, Wärme oder auch Kälte zusammen, bietet das mehr Chancen, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu verringern. „Effiziente Technologien wie ein Nahwärmenetz oder Wärmespeicher werden erst ab einer gewissen Größenordnung profitabel“, erklärt Christian Unfrau.
Sie haben Fragen zu Quartierslösungen? Unsere FAQ machen Ihnen den Einstieg ins Thema leicht.
Der klassische Fall für ein Quartierskonzept ist ein Neubaugebiet. „Hier können wir am Reißbrett eine passende Lösung entwickeln und von Grund auf planen“, so Christian Unfrau. Aktuelles Beispiel für solch ein Reißbrettprojekt ist Freiheit Emscher, eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in NRW. Dieses neue urbane Quartier entsteht in den kommenden Jahren diesseits und jenseits der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Essen. Vom Tetraeder aus können Jana van Dijk und Christian Unfrau einen Teil des Areals überblicken. Fünf ehemalige Bergbauflächen sollen zu einem Stadtquartier mit hohem Freizeitwert werden. Und zwar mit smarten Lösungen, um dem Klimawandel und seinen Folgen zu begegnen. Neben besonders klimaschonender Heiztechnik – meist Wärmepumpen – spielen auch Photovoltaik, LED-Beleuchtung, Elektromobilität und die klimaresiliente Gestaltung von Flächen eine Rolle.

Jana van Dijk, Leiterin Energielösungen und Dienstleistungen bei der ELE
Technik plus Köpfchen
Viele dieser Technologien hat die ELE bereits im Portfolio, sagt Jana van Dijk, Leiterin Energielösungen und Dienstleistungen bei der ELE. Doch effiziente Technik allein spart noch keine Energie. „Die einzelnen Bausteine möglichst passgenau zu kombinieren, ist die Herausforderung beim Quartierskonzept“, so Jana van Dijk. Es gebe keine Patentlösung. „Wir schauen uns die Verbrauchsprofile der einzelnen Gebäude an und suchen eine Lösung, die Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit bestmöglich vereint.“
Dabei ist es relativ egal, ob es sich um neue Stadtentwicklungsprojekte dreht oder um das Wiederentdecken von alten Industriebrachen. „Der Begriff Quartierskonzept oder Quartierslösung ist nicht fest definiert“, erklärt Christian Unfrau. „Wir beschreiben damit eine umfassende Energielösung, die ein größeres Areal mit mehreren Gebäuden effizient versorgt.“ Dabei ist es gleich, ob es sich um ein großes Werksgelände oder einen Mix aus Wohngebäuden und Gewerbe handelt, die in der Nachbarschaft liegen. Das macht Quartierslösungen auch im Bestand möglich und dort, wo mehrere Eigentümer ins Spiel kommen. „Im Quartier schließen sich verschiedene Akteure zusammen und profitieren gemeinsam“, so Christian Unfrau. Als Projektleiter hält er alle Fäden zusammen und sorgt dafür, dass das Quartierskonzept allen Beteiligten Vorteile bringt.
Gerade bei der Wärmeversorgung ist der Handlungsbedarf groß: 79 Prozent der knapp 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland werden immer noch mit Öl und Gas beheizt, so der aktuelle dena-Gebäudereport. Quartierskonzepte können maßgeblich dazu beitragen, die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes zu erfüllen. Schrittweise dürfen nur noch Wärmeerzeuger eingebaut werden, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme nutzen.

Christian Unfrau ist Experte für Quartierskonzepte bei der ELE.
Dieses Ziel lässt sich im Zusammenschluss leichter erreichen. Statt mit dem neuen Gaskessel wird mit Abwärme aus dem naheliegenden Klärwerk geheizt, oder eine Wärmepumpe wird mit Solarstrom vom Dach des Nachbarunternehmens betrieben.
Bei verschiedenen Eigentümern sind Planung und Umsetzung der Quartierslösung eine große Herausforderung. Die ELE setzt dabei auf gute Kommunikation zwischen Eigentümern, Mietern und der Kommune. Alle Beteiligten müssen bei dem Thema abgeholt, informiert und während des Umbaus fachlich begleitet werden. Wie Christian Unfrau das meistert? „Mit viel Know-how und einem offenen Ohr für alle Fragen.“
Sie suchen nach dem passenden Konzept für Ihre Energieversorgung? Unsere Experten beraten Sie gerne: geschaeftskunden@ele.de, Tel. 0209 165-3535
FAQ rund um Quartierslösungen
- Was sind überhaupt Quartierslösungen?
Quartierslösungen sind ganzheitliche Konzepte zur nachhaltigen Energieversorgung von Arealen mit mehreren Gebäuden, und zwar Wohn- und Nichtwohngebäude. Betrachtet wird die Versorgung mit Strom, Wärme und Kälte sowie die Mobilität vor Ort, aber auch Kapazitäten für die Erzeugung erneuerbarer Energien und Wärme. Im Idealfall sind Quartierslösungen besonders nachhaltig, effizient und klimafreundlich. Stadtquartiere werden klimaresilient geplant, können also den Folgen des Klimawandels wie Hitze und Starkregen besser standhalten.
- Welche Vorteile haben Quartierslösungen?
Durch den Zusammenschluss mehrerer Verbraucher entsteht ein besonders effizientes Zusammenspiel aus Energieverbrauch und -erzeugung, beispielsweise durch Nutzung von Abwärme aus der Nachbarschaft. Zudem können nachhaltige Technologien eingesetzt werden, die als Einzellösung nicht wirtschaftlich wären, wie Batteriespeicher oder Wärmespeicher. Vom Quartierskonzept profitieren alle Akteure – Kommunen, Immobilieneigentümer und auch Mieter – durch effiziente, zukunftssichere und nachhaltige Energielösungen.
- Welche Energietechniken kommen zum Einsatz?
Bei der Wärmeversorgung stehen Wärmepumpen im Fokus. Wärmequellen können neben Luft, Erde und Grundwasser auch Abwasseranlagen oder Prozesswärme aus der Industrie sein. Für ein ganzheitliches Konzept betrachtet die ELE neben Wärmelösungen auch die Möglichkeiten der Stromerzeugung durch Photovoltaik, den Einsatz von Batteriespeichern, effiziente Lichtkonzepte mit LED, Wärme- und Kältelieferung im Contracting sowie Verteilnetze für Strom, Gas und Wasserstoff.
- Wer kann auf ein Quartierskonzept setzen?
Ein Quartierskonzept ist nicht nur Entwicklungsgesellschaften vorbehalten. Auch die Wohnungswirtschaft und Unternehmen mit größeren Werksgeländen können von der Betrachtung eines ganzen Areals profitieren. Häufig eröffnen sich Möglichkeiten, Nachbarn an die eigene Wärmeversorgung oder die eigene Photovoltaikanlage mit anzuschließen und Synergien zu nutzen.
- Ab wie vielen Gebäuden lohnt sich eine Quartierslösung?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Statt einer Quartierslösung kann sich auch ein smartes Energiekonzept als Einzelmaßnahme lohnen. In jedem Fall hilft ein Gespräch mit den ELE-Experten weiter, um eine möglichst effiziente Energieversorgung für Ihre Immobilie zu finden.










