Wasserstoff für Unternehmen

Neue Wege für den Klimaschutz

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Bild oben: Zum Werk von Alunorf in Neuss könnte in Zukunft Wasserstoff statt Erdgas fließen.
  • 27.02.2026
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Der Aluminiumriese Alunorf prüft den Umstieg auf Wasserstoff. Die ELE unterstützt ihn bei der Erstellung des Konzepts.

Was bedeutet der Einstieg in Wasserstoff für ein energieintensives Unternehmen? Dieser Frage geht die Aluminium Norf GmbH, kurz Alunorf, gerade gemeinsam mit der ELE auf den Grund. Das weltgrößte Aluminiumwalz- und Schmelzwerk in Neuss bezieht den Großteil der Energie für seine Aggregate bisher in Form von Erdgas. Mehr als jede zweite Getränkedose in Europa stammt aus dem Neusser Material, außerdem Karosserieteile und Bauteile von Windrädern und Photovoltaikanlagen.

„Wir investieren seit Jahrzehnten in effiziente Technologien und haben den Energieeinsatz deutlich verringert. Nun wollen wir den Umstieg auf klimaneutrale Brennstoffe angehen: Wir prüfen derzeit den Anschluss an eine geplante Wasserstoffleitung“, erklärt Janina Kedziora, verantwortlich für die technische Gasinfrastruktur des Werkes. „Der Einstieg in Wasserstoff als Energieträger könnte einen signifikanten Beitrag zur Senkung unseres CO2-Fußabdruckes entlang der Prozesskette bringen.“ Dafür muss sie diverse Szenarien durchrechnen, denn Erdgas lässt sich nicht eins zu eins durch Wasserstoff ersetzen.

Szenarien für die Zukunft

Für das Zahlenwerk holte die Alunorf die ELE mit ins Boot. „Wir leisten die technische Betriebsführung für das Erdgasnetz von Alunorf, kennen es also in- und auswendig“, erklärt ELE-Experte Olaf Poppek. Im ersten Schritt erstellte er, unter Berücksichtigung verschiedener Variablen, eine Kostenindikation für den Umbau des Werksnetzes. So kann Alunorf verschiedene Szenarien abwägen.

Beispielsweise könnten im Rahmen eines schrittweisen Umstiegs dem Erdgas fünf Prozent Wasserstoff beigemischt werden. Für einen späteren Komplettumstieg müsste allerdings das gesamte Leitungsnetz auf dem 577.000 Quadratmeter großen Gelände angepasst werden, denn: „Wasserstoff hat eine niedrigere Energiedichte als Erdgas. Für den gleichen Brennwert braucht es die dreifache Menge“, sagt Poppek.

Man benötigt also entweder Rohre mit größeren Durchmessern oder einen höheren Druck in den Leitungen. Dieser müsste vor den Produktionsanlagen wiederum mit neuen Gasdruckregel-Anlagen gemindert werden.

„Der Umstieg auf Wasserstoff ist bei diesen Dimensionen eine echte Herausforderung“, sagt Olaf Poppek. Mit seinen Berechnungen ist es noch lange nicht getan. Auch künftige Energiepreise sind zu klären und die Frage, ob überhaupt ausreichend grüner Wasserstoff für die Produktion gesichert ist. 1,5 Millionen Tonnen gewalztes Aluminium fertigt das Werk jährlich. Damit könnte man 32-mal die Erde umwickeln.

Dass große Kunden wie Alunorf neue Wege für den Klimaschutz gehen, findet Olaf Poppek äußerst spannend. Denn der Weg ist nicht für jeden Kunden gleich. Auch Anfragen für Biogasanlagen und Photovoltaik-Freiflächenanlagen liegen bereits auf seinem Schreibtisch. Sie werden an vielen Stellen in der ELE-Region für eine Energiewende sorgen.

IHR ANSPRECHPARTNER

Olaf Poppek
Vertrieb Geschäftskunden
0209 165-3266
Olaf.Poppek@remove-this.ele.de

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